Der Positive Leadership-Ansatz in der Praxis

Der Positive Leadership-Ansatz in der Praxis

Mag. Gerhard Ratz, 9. Juli 2017

Die Theorien des Positive Leadership und der positiven Psychologie haben in den letzten Jahren viele konstruktive Impulse zur Entwicklung der Führungskultur in Unternehmen gebracht.

Ein Beispiel soll zeigen, wie die Umsetzung in die Praxis sein könnte:
Der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens war durchaus zufrieden mit den wirtschaftlichen Ergebnissen, aber nicht mit der Unternehmenskultur, der Motivation seiner MitarbeiterInnen und auch mit der Fluktuation. Es war auch für ihn selbst anstrengend, mit viel Nachdruck und Kontrolle sicherzustellen, dass bis zum Jahresende die Ergebnisse dort waren, wo er sie haben wollte. Nach einiger Zeit der Beschäftigung mit dem Positive Leadership-Ansatz wollte er den Versuch wagen, sein Unternehmen nach dieser Philosophie zu führen.

Schritt 1: Intensive Beschäftigung der Geschäftsführung mit diesem Ansatz
In einigen Coaching-Einheiten erarbeiteten wir die Voraussetzungen für sein Unternehmen, damit die Einführung funktionieren konnte.

  • Entwicklung der Grundwerte im Unternehmen: Von der Fehlersuche zur
    Stärkenorientierung, klare positiv formulierte Visionen und Ziele, Definition des
    Gestaltungs- und Entscheidungsspielraums für die MitarbeiterInnen, Konzentration auf das Wesentliche, …
  • Arbeit des Geschäftsführers an seiner Überzeugung , dass das neue System Erfolg hat (innere beliefs, positives Denken in der Praxis)
  • Beschäftigung mit möglichen Führungs-Instrumenten und deren Priorisierung
  • Erstellung eines Zeitplans für die Umsetzung unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese Werteentwicklung nicht von heute auf morgen machbar ist.

Schritt 2: Einbindung der Führungskräfte in das Konzept über Workshops

Den Führungskräften wurden die Möglichkeiten und Grenzen des Positive Leadership-Ansatzes aufgezeigt. Dann wurde in intensiven Diskussionen daran gearbeitet, wie die Grundwerte aller MitarbeiterInnen langsam in die gewünschte Richtung weiterentwickelt werden konnten, wer auf allen Ebenen in welcher Form dafür sorgen konnte und musste, konsequent daran zu bleiben. So entstand ein neuer Pakt im Führungsteam. In Einzelfällen wurde in Führungs-Coachings an einer konstruktiven Lösung der offenen Fragen gearbeitet (wobei mir bewusst war, wie wichtig mein Vorbild gerade in dieser Situation war).

Schritt 3: Schrittweise Einführung und Verstärkung im System

Wir einigten uns auf einige wenige Tools für das erste Jahr:
– Ein neues, positiv gestaltetes Zielsystem mit starker Beteiligung der MitarbeiterInnen
– Eine adaptierte Form des positiven Mitarbeitergesprächs
– Regelmäßige Evaluationsschleifen zur Selbstkontrolle
– Positive Meetings mit Fokus auf lösungsorientierter Umsetzung
– Monatliche Reflexion im gesamten Führungsteam

Im kommenden Jahr werden die Tools mit Aspekten des Positive Recruitings und der Positiven Teamentwicklung geplant und umgesetzt.

Bereits jetzt lässt sich beobachten, dass sich die Grundstimmung deutlich gebessert hat, das Engagement aller zugenommen hat und das Ergebnis genau im Plan liegt.

Jedoch zusammengefasst: Es war ein Stück harte Arbeit auf der mentalen Ebene aller Führungskräfte und MitarbeiterInnen.

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